„Vegetarier okay, aber ich verstehe einfach nicht wieso du Veganer bist“

Ich glaube das kennt jeder Veganer: Freunde, Familie oder auch nur flüchtig Bekannte, die einfach nicht verstehen können wieso es gleich der Verzicht auf sämtliche tierische Produkte sein muss. Oft scheitert man daran anderen zu erklären, warum man sich für den Veganismus entschieden hat und steht dann eher als nerviger Moralapostel da, aber trotzdem finde ich, dass eine sehr verkürzte Fassung meiner Beweggründe einfach hier hin gehört.

Ich habe die Gründe mich vegan zu ernährern auf fünf Hauptgründe reduziert: Tierleid, unsere Umwelt, menschliche Gesundheit, Welthunger und die Arbeitsbedingungen der Schlachthofarbeiter.

Dass das Leiden von Tieren und der Respekt vor ihrem Leben einen Grund darstellt nicht nur auf Fleisch, sondern auf jegliches tierisches Eiweiß zu verzichten verstehen die meisten Leute nach eingehender Erklärung ja noch. Das komische ist ja, dass die meisten Menschen das Anliegen von Vegetariern, dass keine Tiere für ihr Essen sterben müssen, nachvollziehen können, den Veganismus verstehen sie hingegen nicht. Das kann nur daran liegen, dass sie einfach noch nicht weit genug gedacht haben. Wenn man weiß,wie Eier und Milch wirklich produziert werden und welches Leid das hervorruft, weiß man, dass die vegane Ernährung einfach nur der konsequentere Schritt ist. Ich könnte jetzt hier etliche Fakten die das belegen auflisten, aber da das Vermeiden von Tierleid der wohl bekannteste und am besten nachvollziehbare Grund ist sich für die vegane Lebensweise zu entscheiden, will ich euch lieber meine restlichen vier Hauptgründe kurz erläutern. Vor allem weil die meisten Leute denen ich meine Entscheidung erklären wollte noch nie davon gehört haben und dementsprechend auch keine fundierte Entscheidung über ihr Konsumverhalten fällen konnten. Also bitte informiert euch einfach. Wenn ihr dann sagt: „Alles klar, aber ich will trotzdem nichts ändern“, von mir aus. Mindestens habt ihr dann eine bewusste Entscheidung getroffen und seit nicht nur mit dem Strom geschwommen.

Meiner Meinung nach eignet sich das ziemlich bekannte Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer hervorragend zu diesem Zweck. Es geht hier zwar hauptsächlich um Vegetarismus, aber auch einige Gründe für den Veganismus werden genannt. Das tolle an dem Buch ist, dass J.S.Foer nicht versucht den Leser auf seine Seite zu ziehen oder ihn gar zu bekehren. Er nennt einfach nur Fakten und stellt ab und zu eine Frage über die es sich nachzudenken lohnt. Niemand muss sich angegriffen fühlen, wenn er dieses Buch liest. IMG_2893[1]

Probiert es einfach mal aus.

Zum Schluss jetzt also noch die restlichen vier Gründe. Natürlich sind das alles nur Auszüge der ganzen Fakten und Argumente, die meiner Meinung für eine vegane Lebensweise sprechen können aber eben ein paar die ich gerne erwähne, wenn mich jemand danach fragt (viele stammen übrigens auch aus dem Buch). Ich will ja auch keine seitenlangen Texte mit mir herumtragen 😉

UMWELT:

  • Vereinte Nationen: landwirtschaftliche Nutztierhaltung trägt 40% mehr zur globalen Erwärmung bei, als der gesamte Transportverkehr (Autos,Flugzeuge,Schiffe,…) weltweit! = Ursache Nr.1 für den Klilmawandel
  • Die Nutztierhaltung ist verantwortlich für: 18% der Treibhausgasemissionen, 37% der von Menschen verursachten Methanemissionen (tragen 23mal mehr zur globalen Erwärmung bei als CO2), 65% der von Menschen freigesetzten Stickoxidmenge (sorgt 296mal mehr für die globale Erwärmung als CO2).
  • „Allesesser“ erzeugen 7mal so viele Treibhausgase wie Veganer.
  • Fäkalien der Massentierhaltung führen zu einer enormen Wasserverschmutzung. Laut Umweltbehörde der USA sind Flüsse auf einer Länge von 56.000 km verpestet (nur zum Vergleich: Erdumfang= 40.000 km). Das führte zu mindestens 200 Fällen von Fischsterben (gesamte Fischpopulation eines Flussabschnitts wird auf einmal getötet).
  • unglaublicher Wasserverbrauch. Beispiel: In China machen tierische Produkte nur ca. 16% der Nahrung aus, sind aber für über 50% des Wasserverbrauchs verantwortlich.

Veganer denken sich sowas nicht aus 😀                                                           R.K.Pachauri (bis 2015 Vorsitzender des Weltklimarats) zum Beispiel sagt, dass sich die Einwohner der Industrieländer allein aus Gründen des Umweltschutzes vegetarisch ernähren müssten.

GESUNDHEIT:

  • Tiere bekommen mit jeder Mahlzeit Medikament, dadurch werden Erreger schneller resistent und Antibiotika wirken beim Menschen nicht mehr. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, das Risiko für Pandemien und Epidemien steigt ( Die WHO glaubt, dass eine Pandemie unweigerlich kommen wird. Alle Länder werden betroffen sein).
  • Tiere auf engem Raum werden leicht krank und übertragen für den Menschen potenziell tödliche Erreger (praktisch alle menschlichen Grippearten stammen von Vögeln).
  • Fast alle Hühner sind mit E.coli infiziert, viele sind es im Supermarkt immer noch.
  • WHO & American Dietic Association: Übermäßige Zufuhr von tierischem Eiweiß kann schädlich sein und steht im Zusammenhang mit Osteoporose, Nierenleiden und einigen Krebsarten.
  • Kinder, die in der Nähe von Mastanlagen aufwachsen erkranken doppelt so häufig an Asthma, als andere Kinder.
  • Bei der Nutztierhaltung entsteht unvorstellbar viel Gülle. Sie enthält zum Beispiel Ammoniak, Kohlenmonoxid, mehr als 100 mikrobielle Erreger menschlicher Krankheiten und vieles mehr. Weil es keine echte Abwasserinfrastruktur für die viele Gülle gibt, sickert sie unter anderem in Flüsse, Gase entweichen in die Luft.

WELTHUNGER

  • vor allem eins: Verzehr von Fleisch = Vernichtung riesiger Lebensmittelmengen. Es braucht viel mehr Futterkalorien, als am Schluss als Kalorien im tierischen Fleisch herauskommen.
  • Mir wurde schon des öfteren vorgeworfen: „Du trinkst Sojamilch und isst Tofu, wegen dir wird der Regenwald abgeholzt“. Hierzu will ich nur kurz anmerken dass über 90% des weltweit angebauten Sojas für Tiere ist. Fragt euch ein einziges Mal was die Tiere, die ihr esst, wohl gegessen haben, bitte!
  • Die Lebensmittelpreise für die Ärmsten werden so in die Höhe gertieben. Wir könnten auch direkt Essen für Menschen anbauen, statt den Umweg über das Tier zu wählen.

ARBEITSBEDINGUNGEN

  • Hilfsarbeiter in Schlachthöfen haben die Höchste Verletzungsrate aller Berufe.
  • große psychische Belastung, ganz normale Menschen werden so zu Sadisten.
  • werden oft aus dem Ausland geholt, schlecht bezahlt und können ohne ihre abgenommenen Pässe nicht zurück.
  • Human Rights Watch bezeichnet die Arbeitsbedingungen von Schlachthofarbeitern als systematische Menschenrechtsverletzungen.
  • Personalwechsel von 100-150% pro Jahr
  • Ich finde es hilft auch schon sich die Berufsbezeichnungen einmal anzusehen um eine ungefähre Ahnung zu bekommen um was es hier geht: Anhänger, Stecher, Kopfschlachter, Fußschneider,…

Also wie gesagt es handelt sich hier nur um eine minikleine Auswahl von Gründen, die ich für mich persönlich als wichtig erachte. Es gibt natürlich noch viel mehr Dinge die man durch ein bisschen recherchieren leicht herausfinden kann. Welche Konsequenzen jeder dann dauraus zieht ist ihm selbst überlassen.

 

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